Ein COA, Certificate of Analysis, ist eine chargenbezogene Analysebescheinigung. Chemisch ist es eine Momentaufnahme:
- Welche Werte hatte diese Charge zum angegebenen Zeitpunkt mit der angegebenen Methode?
Ein TDS beschreibt ein Produktprofil allgemeiner, etwa typische Parameter, Zusammensetzung, Anwendungshinweise oder technische Eigenschaften. Ein SDS ordnet Stoffe und Gemische sicherheits- und regulatorisch ein, soweit es erforderlich oder freiwillig sinnvoll ist. Diese Dokumente unterscheiden sich im Zweck, sollten aber auf derselben Chemie beruhen.
Eine Charge ist mehr als eine Nummer. Sie ist ein abgegrenzter Herstellzustand. Sie verbindet Rohwasser, Chloridquelle, Elektrolyse- oder Herstellparameter, pH-Korrektur, Filtration, Abfüllzeitpunkt, Packmittel, Messwerte und Freigabeentscheidung. LOT-Codierung macht diesen Zustand rückverfolgbar. Wenn später eine Abweichung sichtbar wird, lässt sich nur mit Chargenbezug prüfen, welche Rohstoffe, Prozesswerte oder Packmittel betroffen waren.
Diese Trennung ist wichtig, weil die Dokumente unterschiedliche Adressaten haben. Das COA beantwortet die Frage der konkreten Charge. Das TDS beschreibt das technische Profil für wiederkehrende Orientierung. Das SDS spricht über sichere Handhabung und Einstufung, nicht über jede Qualitätsnuance. Werden diese Ebenen vermischt, entstehen entweder überladene Sicherheitsdokumente oder zu dünne technische Datenblätter.
Rückverfolgbarkeit endet außerdem nicht beim Papier. Ein LOT muss auf Etikett, Gebinde, Produktionsprotokoll, Prüfprotokoll und Versand- oder Lagerdaten wiederzufinden sein. Nur dann lässt sich im Fall einer Nachfrage klären, ob eine Beobachtung eine einzelne Flasche, eine Abfüllung, eine Rohstoffcharge oder eine Prozessänderung betrifft.